GeoLab in der Tromm

Pressemeldung

Bündnis 90/Die Grünen Rimbach stellen Fragen und äußern Bedenken 

zum GeoLaB-Projekt auf der Tromm

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat mitgeteilt, dass nun die konkrete Planung und die Genehmigungsphase für ein Untertage-Forschungslabor für Geothermie in der Tromm-Region beginnen soll. Dabei betont das KIT, dass die Belastungen für Menschen und Natur möglichst gering gehalten werden sollen.

Diese Aussage des KIT reicht den Rimbacher Grünen nicht. Daher stellen sie konkrete Fragen zu den zu erwartenden Belastungen und fordern Schutzmaßnahmen, um die Auswirkungen des Projekts auf Natur, Menschen und Tiere zu minimieren.

Schutz des FFH-Gebiets Tromm: Die Tromm liegt im FFH-Gebiet, einem streng geschützten Natura-2000-Gebiet, dessen Erhalt der biologischen Vielfalt dient. Die Grünen verlangen eine verbindliche FFH-Verträglichkeitsprüfung, da nach EU-Recht FFH-Gebie-te nicht mehr verschlechtert werden dürfen, sowie eine unabhängige Umweltverträglichkeitsprüfung, um alle potenziellen Auswirkungen umfassend bewerten zu können.

Bau des Stollens und Umweltauswirkungen: Geplant ist ein bis zu zwei Kilometer langer Stollen in etwa 400 Metern Tiefe. Die Grünen fragen nach den Tunnelbauverfahren (Sprengung, Bohrmaschine), der Größe der Flächenversiegelung durch Baustraße, Servicegebäude und Parkplätze und der Menge des Gesteins, das abtransportiert werden muss. Sie wollen Information über den Umfang und die Dauer der LKW-Transporte, sowie Maßnahmen zur Minimierung von Lärm und Staubbelastungen. Zudem fordern sie klare Konzepte für die Stilllegung und Renaturierung nach Abschluss der Forschung.

Reservoirtechnologie und Fracking: Das Projekt sieht Untersuchungen zur Reservoirtechnologie vor, bei denen zur Gewinnung der Wärme aus der Tiefe natürliche Gesteinsklüfte genutzt und durch Stimulation (Fracking) erweitert werden sollen. Die Grünen fordern Auskünfte zu möglichen chemischen Stimulationen, Risiken von Erdbeben und Auswirkungen auf Gebäude und Umwelt. Sie bestehen darauf, dass keine Chemikalien eingesetzt werden, um Grundwasser und Quellen zu schützen.

Schutz von Grundwasser und Gewässern: Die Tromm ist durch ein weit verzweigtes Wassernetz geprägt, das durch den Klimawandel besonders geschützt werden muss. Die Grünen verlangen detaillierte Informationen zum Schutz der Quellen, zur Beeinträchtigung von Wasserläufen und der Bildung des Grundwassers. Sie erwarten transparente Informationen zur Durchführung eines umfassenden hydrogeologischen Monitorings.

Belastungen für das Naherholungsgebiet: Der Trommrücken ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Die Grünen weisen auf die Belastungen durch Lärm, Verkehr, Staub und Schwertransporte hin, die Anwohner und Erholungssuchende beeinträchtigen könnten. Sie fordern daher konkrete Maßnahmen zur Minimierung dieser Belastungen.

Nutzen und Vertretbarkeit des Projekts: Da keine Förderung geothermischer Energie vor Ort geplant ist, Geothermie schon in der Schweiz, Frankreich, Finnland und auch Landau (Pfalz) genutzt wird und der Nutzen des Projekts ungewiss bleibt, stellen die Grünen die Frage nach der Vertretbarkeit des Projekts angesichts der erwarteten Belastungen und Kosten. Diese Frage muss offen und transparent diskutiert werden, um die Interessen der Rimbacher Bürger und den Schutz der Umwelt bestmöglich zu gewährleisten.

Günther Röpert, Mitglied der Rimbacher Gemeindevertretung und des UNBI