Antrag von Bündnis 90/Die Grünen
Die Gemeinde Rimbach entwickelt in den nächsten 10 Jahren eine konsequente grün-blaue Infrastruktur, um Klimaschutz, Klimaanpassung und Lebensqualität miteinander zu verbinden.
1. Friedhöfe und Spielplätze
a) Friedhöfe und Spielplätze werden schrittweise zu grünen, parkähnlichen Aufenthaltsorten mit Bäumen, Sitzgelegenheiten und Schattenflächen weiterentwickelt.
b) Auf den Friedhöfen werden wo möglich Urnengrabfelder jeweils um einen Baum im Kreis angelegt.
2. Straßen und Plätze
Straßen, Wege und Plätze werden systematisch mit Bäumen bepflanzt, durch Sitzmöglichkeiten ergänzt und um Grün- und Versickerungsflächen erweitert.
Foto: Günther Röpert, Barcelona
3. Umsetzung
- Durchführung lokaler Bürgerversammlungen zur Beteiligung und ersten Standortauswahl. Die Gemeinde könnte zunächst mit dem Friedhof in der Kerngemeinde und in einer Straße (z.B. Jahnstraße, Bismarckstraße oder Im Gehklingen) beginnen.
- Die Finanzierung von Bäumen und Bänken wird auch über Spendenmodelle organisiert. Jeder Patenbaum erhält eine Schildhalterung, versehen mit einem Schild, auf dem die Baumart, die Standortnummer und ein persönlicher Widmungstext eingraviert sind. Darüber hinaus erhält der Spendende ein Zertifikat.
- Die Pflanzung und bauliche Umsetzung erfolgt durch den kommunalen Bauhof.
- Ehrenamtliches Engagement durch Baum- und Grünflächenpatenschaften sichert die Pflege und Bewässerung der Grünflächen und Bäume.
- Die Gemeinde beantragt beim Bund und Land Fördermittel.
Begründung
Stadt- und Ortsgrün ist ein zentrales Element der Zukunftsvorsorge. Es trägt wesentlich dazu bei, die Folgen des Klimawandels vor Ort abzumildern und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Grün-blaue Infrastrukturen
- kühlen das lokale Klima und mindern Hitzeinseln
- nehmen Regenwasser auf und reduzieren Hochwasserrisiken
- verbessern Luftqualität und reduzieren Lärm
- fördern Artenvielfalt und ökologische Stabilität
- stärken Gesundheit, Erholung und sozialen Zusammenhalt
Bäume leisten dabei einen besonders wichtigen Beitrag: Sie spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung um mehrere Grad und verbessern das Mikroklima spürbar – gerade für ältere Menschen und Kinder.
Entscheidend ist nicht nur die Pflanzung, sondern auch die Qualität
Großzügige, entsiegelte Baumscheiben, wasserspeichernde Böden und ausreichender Wurzelraum sichern langfristig gesunde und klimaresiliente Bäume.
Regenwasser vor Ort nutzen statt ableiten
Durch Versickerungsflächen, Mulden, Baumrigolen (= kombinierte Systeme aus unterirdischen Wasserspeichern und Baumstandorten) und Begrünung wird Wasser gespeichert, verdunstet und zur Kühlung genutzt. Gleichzeitig wird die Kanalisation entlastet.

Grafische Darstellung einer Baumrigole
Bürgerschaftliches Engagement stärken
Die aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ist ein Schlüssel zum Erfolg:
Wer „seinen“ Baum oder seine Grünfläche mitgestaltet und pflegt, trägt dauerhaft zur Verbesserung des Ortsklimas und zur Identifikation mit dem Wohnumfeld bei.
Fördermöglichkeiten nutzen
Das Bundesprogramms „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ bietet eine Chance, Maßnahmen finanziell zu unterstützen. Die Gemeinde sollte geeignete Projekte entwickeln und fristgerecht Fördermittel beantragen.
Günther Röpert
Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Naturschutz, Bau und Infrastruktur (UNBI)